Das Elektroauto

 

Elektromobilität in Österreich und Europa

 

Anteil Elektroauto Österreich Die Entwicklung in Österreich bis 2021

Die Grafik zeigt die Anteile der alternativ betriebenen neu zugelassenen PKWs in Österreich an. Insgesamt wurden 2021 239.803 PKWs in Österreich zugelassen. Das sind so wenig Neuzulassungen wie schon sehr lange nicht!
Wie man gut erkennen kann explodieren die Neuzulassungen von elektrifizierten PKWs seit 2019.

BEV: Nachdem 2016 erstmals der Anteil der reinen Elektroauto-Zulassungen über 1% gelegen war, sind es 2021 bereits 13,9%, oder 33.366 Stück. Somit hat sich die Stückzahl und der Anteil seit letzten Jahr mehr als verdoppelt!
Der Gesamtbestand der reinen Elektro-PKWs (BEV) auf Österreichs Straßen lag Ende 2020 (2021 folgt noch) bei 44.498 Stück, das sind 0,87% aller PKWs (ca. 5 Mio). Schön langsam macht sich die Wende also auch hier bemerkbar.

PHEV: Auch bei den Plug-in Hybriden gab es wie schon 2020 einen steilen Anstieg. 14.626 Anmeldungen bedeuten fast eine Verdopplung gegenüber 2020!

Bei der Anzahl der Erdgasautos bzw. Erdgas-Hybriden (gelbe Linie) veränderte sich bis 2020 nicht viel. Heuer allerdings gab es einen massiven Einbruch. Nur mehr 85 PKWs wurden 2021 verkauft, das bedeutet ein Minus von ca. 80%!

Das Wasserstoffauto wurde 2021 lt. Statistik Austria 14 mal verkauft, genauso oft wie 2020.
Somit ist es mittlerweile klar, dass diese Technologie bei den PKWs keinen großen Anteil vom Kuchen erhalten wird. Es spricht auch wirklich einiges dagegen: geringe Energieeffizienz (deswegen sollte der Wasserstoff hauptsächlich für Industrie, Langstrecken-Flugzeuge, etc. benutzt werden), ökologische Fragwürdigkeit wegen der Wasserstoff-Herstellung aus Erdgas, höhere Anschaffungs- und Wartungskosten, und nicht zuletzt:  weitere Abhängigkeit von Tankstellen (kein Laden zuhaus möglich).

 

 

Anteil Elektroauto DeutschlandDie Entwicklung in Deutschland bis 2021

Der Anteil der Elektroautos bei unserem Nachbarn verläuft seit Jahren ähnlich markant wie in Österreich.

Der Anteil der Elektro-Hybriden (HEV + PHEV) stieg wie aus der Grafik ersichtlich wieder rasant an. Die Hybriden stiegen auf einen Anteil von 16,4% und die der Plug-In Hybriden auf knapp 12,4%.

Der Anteil der reinen Elektroautos (BEV) stieg auf fast 13,6%.
Die Alternativen Antriebe führen somit auch 2021 ihren Erfolgskurs fort.

Anders die Erdgasautos. Ihr Anteil fiel auf das Niveau von 2017 zurück und verzeichnete mit 3.916 Stück ein Minus von knapp 55%.

Das Flüssiggasauto hat in Deutschland traditionell fast so hohe Zulassungszahlen wie das Erdgasauto (nicht in der Grafik). Hier sind die Verkäufe seit 2013 annähernd konstant auf niedrigen Niveau. 2021 jedoch etwas gestiegen auf 10.118 Stück.

Das Wasserstoffautos wurde 2021 466 mal zugelassen (2020: 308 mal), das ist ein Anteil von 0,02%. Das H2-Auto kann somit nicht sinnvoll in der Grafik dargestellt werden.

 

 

 

 

 

Elektroautozulassungen in Europa

Elektroauto Neuwagenanteil in Europa

Der Trend zum Batterieelektroauto geht weiter. Wieder gab es viele dreistellige Prozent-Steigerungen bei den Neuzulassungen, die höchste von Griechenland mit 221%.

Die ersten vier Plätze sind dieses Mal gleich geblieben. Ganz an der Spitze bleibt natürlich Norwegen. Es ist und bleibt mit einem Wert von 64% 2021 das Land mit dem höchsten BEV-Anteil der Welt. Österreich hat sich mit seinen 13,91% um drei Plätze verbessert, und liegt auf den 5. Platz in Europa. Nicht schlecht!
Auch Deutschland hat sich um zwei Plätze von dem 8. auf den 6 Platz mit verbessert.

In absoluten Zahlen hat Norwegen 113.751, Island 3.561, Niederlande 64.149, Österreich 33.366 und Deutschland 356.425 e-PKWs 2020 angemeldet.

Nur in den Niederlanden und in Tschechien gab es ein leichtes Minus.

Diesen weiteren erfreulichen e-Schub sieht man auch an der Steigerung des Durchschnittswerts der in der ACEA-Liste angeführten europäischen Ländern. Dieser lag 2019 noch bei 2,3% BEV der Neuzulassungen, 2020 bei 6,3% und 2021 bereits bei 10,4%.

 


 

Elektroauto ist nicht gleich Elektroauto:

Alle reden vom "Elektroauto", und einige meinen aber auch Hybride! Was sind die Unterschiede? Hier eine kleine Zusammenstellung:

 

  • BEV (Battery Electric Vehicle): Ein BEV ist das typische Elektroauto mit rein elektrischen Antrieb. Gespeist mit Energie eines Akkus, also einer wiederaufladbaren Batterie, meist zwischen 40 und 100kWh. Dieser Akku kann mit Wechsel- oder Drehstrom, zB. mit einer normalen Schucko-Steckdose (240V), CEE Steckdosen (400V Drehstrom) oder mit Typ2 Steckdosen aufgeladen werden. Hier beträgt die Ladeleistung meist zwischen 3,7 bis 22kW.
    Oder man lädt das Auto direkt mit speziellen Gleichstrom-Schnellladestationen (CCS, Chademo) um einiges schneller auf. Die Ladeleistungen liegen hier meist zwischen 50 und 150kW. Es gibt aber bereits schon einige Ladestationen mit 250kW oder sogar 350kW Ladeleistung.

 

 

 

 

  • PHEV (Plug-In-Hybrid-Electric Vehicle): Hier handelt es sich um einen Hybriden, meist mit einem Benzinmotor, der als elektrische Unterstützung einen oder mehrere Elektromotoren mit eingebaut hat. Eine Batterie, mit der man rein elektrisch etwa um 50km fahren kann, lädt man wie oben beim BEV beschrieben wieder auf. Das Aufladen des Akkus ist jedoch auch mit dem Benzinmotor möglich.

 

 

 

 

  • HEV (Hybrid Electric Vehicle): Ein Hybridauto, ebenfalls mit Elektromotoren ausgestattet. Jedoch ist hier das Laden des Akkus mit Kabel nicht möglich. Die elektrische Energie wird also nur mittels dem Benzinmotor (Dieselmotor eher selten) erzeugt.

 

 

 

 

 

  • REEV (Range Extended Electric Vehicle): Durch die begrenzte Reichweite der reinen Elektroautos (BEV) wird zwar selten, aber doch, ein Range Extender (REX) eingebaut. Dieser REX, meist als Benzinmotor ausgeführt, speist im Bedarfsfall den Akku und verlängert somit die Reichweite um ein paar Hundert Kilometer. Manchmal auch als EREV bezeichnet "extended range electric vehicles".
    Diese spezielle Form eines Elektroautos wird in manchen Statistiken extra angeführt, wird aber voraussichtlich in den nächsten Jahren gänzlich verschwinden, da die Reichweite der BEV immer größer, und somit der REX immer überflüssiger wird.

 

 

 

  • ECV (Electrically chargeable vehicle): Manchmal werden in Statistiken auch die aufladbaren e-Autos gemeinsam dargestellt. ECVs sind also die Summe aus reinen Elektroautos (BEV), Plug-in Hybriden (PHEV) und e-Autos mit Range extender (REEV).

 

 

  • NEV (New energy vehicles): In China wird der Ausdruck NEV verwendet. Er inkludiert die mit Stecker aufladbaren e-Autos, also die reinen Batterieautos (BEV) und die Plug-in Hybriden (PHEV). Es dürften aber auch e-Autos mit Range extender (REEV) dazu gehören. Und somit wäre es eigentlich dasselbe wie ECV.

 

 

 

 

 

  • FCEV (Fuel Cell Electric Vehicle): Das Wasserstoffauto ist eigentlich nur ein "halbes" Elektroauto. Aus H2 (Wasserstoff), welches im Fahrzeugtank mit 700bar gelagert wird, erzeugt eine Brennstoffzelle den Strom für die Elektromotoren. Auch ein Akku ist mit an Bord um die durch Rekuperation erzeugte Energie (Bremsenergie) zu speichern.
    Allerdings wird der Wasserstoff heute hauptsächlich
    noch aus Erdgas gewonnen. Dazu kommt, dass der Wirkungsgrad von der Primärenergieform (Erdgas bzw. Strom) zur Bewegungsenergie im Auto sehr schlecht ist (ca. 30%). Die Tankstellendichte ist aber wahrscheinlich das größte Problem: aktuell (Februar 2021) gibt es ganze 5 Tankstellen in Österreich (Sattledt, Wien, Innsbruck, Graz und Asten bei Linz)! Diese Anzahl hat sich seit 2018 nicht geändert.

 

 

 


 

 

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