Österr. Stromversorgung

 

Strom - die Energieform der Zukunft

(Leider gibt es bei der E-Control immer noch keine Zahlen von 2024)

 

 

Der Stromverbrauch in Österreich

Der Strom wird in Österreich schon lange mit einem hohen Anteil an erneuerbaren Energieträgern erzeugt (zw. 70-80%), in erster Linie mit Wasserkraft.

Die Grafik zeigt den Verlauf der Bruttostromerzeugung in Österreich. Diese Erzeugung ist von 73.246 GWh auf ein Rekordhoch von 81.904 GWh 2024 gestiegen. Letztes Jahr mit 72 GWh noch eher verhalten, ist Österreich 2024 mit einem Stromexport von 6.780 GWh wieder zu einem Stromexportland seit 2001 geworden.

Die Bruttostromerzeugung ist die Erzeugung der gesamten elektr. Energie ohne Berücksichtigung von Import/Export, Eigenverbrauch, Netzverluste und Pumpenergie für Staukraftwerke. Wäre dies berücksichtigt würde es "Energetischer Endverbrauch" heißen. Dieser energetische Endverbrauch lag 2024 bei etwa 65.059 GWh. Dargestellt ist jedoch die Bruttostromerzeugung.

 

Die Bruttostromerzeugung 2024

Der Strom wurde in Österreich 2024 mit einem Anteil von 86% erneuerbarer Energieträger nachhaltig und fossilarm erzeugt. 2022 waren es noch 79%, also ein Anstieg in zwei Jahren von über 9%!

Dabei ist das Wasserkraftpotential lt. Bundesministerium erst zu 70% ausgebaut. Doch gerade in diesem Bereich ist in den letzten Jahren nicht viel passiert. Seit 2012 geht der produzierte Strom aus Wasserkraft zurück. Das Jahr mit der geringsten Stromerzeugnis aus Wasserkraft war 2022 mit ca. 39 TWh. Doch 2024 war für die Wasserkraft wieder ein gutes Jahr. Sie stieg auf ein Allzeithoch von über 49 TWh.

Auch die Erzeugung aus Wind und Photovoltaik ist wieder gestiegen. Das Problem verlagert sich zunehmend in den Winter, wo wenig Wasser fließt und wenig Sonne scheint. Nur der Wind weht im Winter öfters und stärker als im Sommer. Doch auch hier stockt der Ausbau, sodass wir immer noch relativ viel Erdgas und Stromimport im Winter für die Stromabdeckung in Österreich benötigen. 

Neue Technologien wie die Nanotechnologie, organische Solarzellen, neue Batterietechnologien, und auch innovative Erfindungen wie die Strom-Boje, bzw. Powerfluxx, etc. werden in Zukunft bei der umweltfreundlichen Energiegewinnung und -speicherung eine Rolle spielen. Doch das Problem im Winter bleibt. Hier sind Technologien gefragt, die die Energie vom Sommer in den Winter verlagern können, wie zB. Wasserstoff oder künstlich hergestelltes Methangas.

 

 

Prozent-Anteil erneuerbarer Stromerzeugung

Um den Anteil der erneuerbaren Bruttostromerzeugung auch über die Jahre anschaulich darzustellen, habe ich die rechts stehende Grafik erstellt. Hier sollte man den Weg zu den versprochenen 100% erneuerbare Stromerzeugung bis 2030 gut verfolgen können.

Der Anteil der Biogenen Brennstoffe und der Speicherkraftwerke sind in den letzten 17 Jahren quasi gleich geblieben. Wie oben bereits erwähnt ist jedoch der Anteil der Laufkraftwerke in den letzten Jahren leicht gesunken.

Es ist sehr gut zu erkennen, dass die zwei wesentlichen zukünftigen erneuerbaren Stromquellen kontinuierlich angestiegen sind, nämlich die Windkraft und die Photovoltaik. Aber um wirklich die 100% erreichen zu können müsste jetzt ein Turbo gezündet werden, wie oben geschrieben vor allem bei der Windkraft.
Ob das jedoch passiert, ist mehr als fraglich. Negatives Beispiel in Kärnten, die im Jahr 2025 den weiteren Ausbau der Windkraft durch ein neues Gesetz quasi unmöglich gemacht haben. Und in Salzburg, Tirol und Vorarlberg dreht sich auch Ende 2025 immer noch kein einziges Windkraftwerk...

 

Das Ziel der Stromversorgung bis 2030

(Artikel von 2017)

Auch die neue Österreichische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt die Stromerzeugung bis 2030 komplett auf alternative Energien umzustellen. Jetzt könnte man meinen bei derzeit schon etwa 77% klingt das nicht so ambitioniert!?

Nun, zu einen ambitioniertem Gesamt-Klimaziel gehört natürlich mehr, doch aus mehreren Gründen wird es wohl trotzdem viel Anstrengungen bedürfen diesen Ziel zu schaffen.

Die Zusammenstellung des zusätzlichen nicht-fossilen Strombedarfs sieht man rechts in der Grafik. Die benötigten Gigawattstunden (GWh) für die Elektroautos und für die Wärempumpen habe ich diversen Prognosen (IHS) und den Verkaufszahlen der Wärmepumpen (BmVIT) entnommen.

Den daraus folgenden Berechnungen wird zur Erreichung des Zieles im Jahre 2030 insgesamt fast 27.000 GWh zusätzlicher Strom aus alternativen Energiequellen benötigt werden. Die umweltfreundliche Bruttostromerzeugung muss sich demnach von 53.000 GWh (nur altern. Energieträger 2016) auf ca. 80.000 GWh (100% Erneuerbare) erhöhen.

Das bedeutet wir benötigen pro Jahr etwa 1.700 GWh neue umweltfreundliche Stromerzeugung in Österreich. Das wären zB. ca. 250 moderne Windkraftanlagen pro Jahr!

 

Update 2020: Anfang 2020 hat die türkis-grüne Bundesregierung die 100% Stromerzeugung aus Erneuerbaren bis 2030 mit dem Zubau von 27 Terawattstunden (TWh) folgendermaßen geplant:
- 11TWh bei Photovoltaik, 2019 war es 1,7 TWh. Ausbau also auf knapp 13 TWh
- 10 TWh bei Wind, 2019 waren es ca. 7 TWh. Ausbau auf ca. 17 TWh
- 5 TWh bei Wasserkraft, 2019 waren es ca. 44 TWh. Ausbau auf ca. 49 TWh
- 1 TWh bei Biomasse, hier waren es 2019 etwa 4,5 TWh. Der Endausbau beträgt also ca. 5,5 TWh.

 

 

 

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